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| Baureihe |
152 |
| Hersteller |
Kraus-Maffei |
| Indienststellung |
1996 |
| Achsfolge |
Bo´Bo´ |
| Gesamt-Länge |
19,58m |
| Gewicht |
88,0t |
| Achslast |
22,0t |
| Vmax |
140km/h |
| Leistung |
6400kW |
| Anfahrzugkraft |
300kN |
In den Jahren 1956-1973 stellte die Deutsche Bundesbahn
insgesamt 879 Loks der Reihe E40 und 194 Loks der Reihe E50 in
Dienst. Beide Baureihen sollten zusammen mit den
Vorkriegsloks der Reihen E94 & Co sollten sie den Güterverkehr
der Deutschen Bundesbahn bestellen. Ähnlich wie die Br 152 und
die anderen Neubauloks wiesen die beiden Baureihen fast identische
optische Merkmale auf. Die 140 sollte im leichten bis mittelschweren
Güterzugverkehr fahren und die Br 150 war für den schweren Güterverkehr
bestimmt. Das Fundament der Technik der Loks ist somit mehr als
50 Jahre alt.
Damit die
Deutsche Bundesbahn den Anforderungen nach schnelleren Güterzügen
gerecht werden konnte wurde im Jahre 1972 damit begonnen die Br
151 als Naschfolgebaureihe der 150 zu beschaffen. Sie verfügte
über eine Höchstleistung von 6400KW und einer Höchstgeschwindigkeit
von 120km/h. Dank der Leichtbauweise konnten rund 10% des Gewichts
eingespart werden.
Neu waren
auch ein wartungsfreudiger Aufbau der Lok wie zum Beispiel abnehmbare
Dachhaube wie sie von der Reihe 103 bekannt waren. Mit der Wiedervereinigung
erhielt die DB die Br 155 von der DR die jedoch technisch gesehen
auf dem Stand der Reihe E40/50 ist. Nach mittlerweile 30-40 Betriebsjahren
der Reihen E50 und E40 war die Nutzungszeit der Loks längst vorüber
geschritten. Zunehmender Verschleiß an Hauptbauteilen der Loks
sowie extreme Unterhaltskosten der Loks zeigte den Vorständen
der DB Anfang der 90er Jahre das ein Ersatz der beiden Baureihen
in absehbarer Zeit dringend notwendig sei.
Ende der
80er Jahre ging man davon aus das eine Universallok unter dem
Titel Br 121 die Novellierung des Fahrzeugsparks einleiten sollte.
Doch es kam anders! Am 1.1.1994 fusionierte die Deutsche Bundesbahn
mit der Deutschen Reichsbahn und nannte sich seitdem „Deutschen Bahn AG“. Die Aufgliederung
in diverse Geschäftsbereiche machte eine Universallok überflüssig.
Somit stand die Forderung nach Maßgeschneiderten Loks wieder im
Raum. Dadurch konnte bei der Beschaffung neuer Lokbaureihen auch
eine große Summe an Geld gespart werden.
Im Jahre
1995 wurde nun offiziell der Auftrag für eine modernen Drehstromlok
mit einer Leistung von 6,4 MW bei Siemens Krauss Maffei erteilt.
Das primäre Ziel der Baureihe 152 sollte sein,
die überalterte Br 150 zu ersetzen. Für den Ersatz wurde die Br
145 in Auftrag gegeben. Insgesamt 195 Loks der Reihe 152 sollten
beschafft werden; Die DB verfügte über eine Option über weitere
100 Loks dieser Reihe. Fachleute belächelten die Entscheidung
die Br 152 nur mit 4 Achsen auszurüsten. Zwar ist die Br 152 der
Baureihe 150 im oberen Geschwindigkeitsbereich bis 100km/h klar
überlegen jedoch erwies sich die Anfahrt sc hwerer Züge als problematisch. Vor allem auf Rampen
wie zum Beispiel die Geislinger Steige konnte die Lok nicht ihre volle Kraft auf die Räder übertragen. Zwar
ist das nicht das Hauptproblem jedoch wenn die Schienen nass sind
und eine Traktionseinheit oder gar 50% der Leistung wegfällt musste häufig eine Schiebelok gestellt werden.
Die Br 152 ist für schnelle und mittelschwere Güterzüge konzipiert
die mit Tempo 120 verkehren. Der Trend nach schnelleren Zügen
wird der Entscheidung zum Bau einer 4 achsigen Lok Rechnung tragen.
Da im Güterverkehr derzeit kaum schneller als 120
gefahren wird beschloss man die Br 152 mit dem kostengünstigem
Tatzlagerantrieb auszustatten der auch wartungsfreundlicher ist
als ein vollabgefederter Hohlwellenantrieb wie er in der Baureihe
101 Verwendung findet. Der Nachteil des Tatzlagerantriebes ist
jedoch das man mit ihm maximal 140km/h fahren kann , eben so schnell
wie die Br 152 es darf. Der Stückpreis der 152 konnte dadurch
um etwa 500.000 DM gesenkt werden. Ein weiteres Merkmal des Kostendrucks
ist das äußere Erscheinungsbild. Zwar hätten der Baureihe 152
ein etwas schmuckeres Outfit verpasst, jedoch blieb es bei dem
allseits bekannten schlichten Design wie er bei fast allen Neubauloks
der DB Verwendung finden wird. Krauss Maffei blieb bei dem hausüblichen Kraftübertragung durch einen Drehzapfen.
Selbstverständlich
verfügen alle Loks der Br 152 über das modulare Konzept sowie
über eine moderne elektronische Ausrüstung.
Zum ersten
Mal kam in einer Serienlok der DB ein 32 Bit Rechner zum Einsatz.
Das die Br 152 über Wendezugsteuerung, Doppeltraktionsteuerung
, LZB, NBÜ für den Einsatz auf Neubaustrecken, Einzelradsteuerung
sowie einer Automatischen Fahr und Bremsteuerung ausgerüstet ist,
ist heute selbstverständlich.
Der Führerstand
wurde denen der Baureihen 101/120 und 401 weites gehend übernommen
und natürlich mit einer Klimaanlage ausgerüstet. Die Br 152 stellt
für die DB Cargo einen Quantensprung da; sind doch alle Investitionen
wie der ICE für den Fernverkehr oder modernisierte Nahverkehrszüge
an ihr vorbeigeflossen.
Am 10.
Dezember 1996 war es nun soweit. 152-001 wurde feierlich der Öffentlichkeit
in München Allach präsentiert.
Nach fast
einem viertel Jahrhundert wurde für die Deutsche Bahn eine Güterzuglok
gefertigt.
152-001 war bei ihrer Anlieferung
verkehrsrot jedoch ohne den Schriftzug“ DB Cargo“, den sie einige
Zeit später erhalten sollte.
Mit 152-001 wurde ein umfangreiches Mess- und Probefahrtsprogramm
absolviert. Mitte 1997 wurde die Br 152 durch das EBA
zugelassen. Einige 152 verweilten in Österreich sowie in der Schweiz
am Lötschberg zu Demonstrations- und Messfahrten.
Der Bau
der Br 152 erfolgte in den Werken München Allach und in Krefeld
Uerdingen. Alle ungeraden Nummern wurden in Krefeld Uerdingen
gefertigt. Im Jahre wurde 1998 wurde 152-032 als 152-190 ausgeliefert.
Die Nummer 032 bleibt unbesetzt.
152-190
diente zur Komponentenerprobung für die IGBT Traktkonsumrichtertechnik.
Die IGBT Technik ist eine Weiterentwicklung der GTO Thyristor
Abschaltechnik und reduziert die Betriebskosten wie sie bald auch
bei der 189 Verwendung finden wird. Im Jahre 1999 wurde 152-061
nach Österreich überstellt um dort ein Umfangreiches Messfahrtenprogramm
zu absolvieren damit der neue Start der DB Cargo auch in Österreich
fahren darf.
Umfangreiche
Bogenmessfahrten am Semmering sowie zwischen Villach und Klagenfurt
zeigten der ÖBB das die UIC Norm 518 sehr leicht überschritten
wurde. Die neue Richtlinie besagt das die 152 zu hohe Gleiskräfte
durch ihre Drehgestelle entwickele. Der eigentliche Grund war
jedoch das die ÖBB sich durch 195 modernste Loks die vor ihren
Grenzen stationiert sein werden sich massiv bedroht sah. Man wollte
Konkurrenz aus dem Lande halten. Diese Entscheidung ist jedoch
stark umstritten da zum Beispiel wesentliche ältere Loks der DB
sowie der ÖBB diese Norm(UIC518) erheblich überschreiten.
Die Br
1110 oder die Br 151 belastet den Gleiskörper wesentlich stärker
als eine 4 achsige Lok der Reihe 152.
Cleverer
Schachzug der DB Cargo. Sofort wurden die letzten 25 Loks der
Reihe 152 storniert und stattdessen 25 Loks der Reihe 1116 bestellt
die jedoch nicht für den Einsatz im MAV Netz vorgesehen sind.
Diese 25 werden ebenfalls wie alle anderen 152er in Nürnberg beheimatet
sein und die Betriebsnummern 182-001-182-25 erhalten. Die Br 182
wird bis Ende 2001 komplett sein. Ähnlich wie bei der Br 145 wurde
die Option auf weitere 100 Loks in eine Option auf 100 Mehrsystemloks
umgewandelt. Die Br 189 wird wie die schwächere 185 eine Europa-Lokomotive
sein und für alle Stromnetze Europas ausgerüstet. Die ab 2003
zu liefernden Lokomotiven werden der Br 152 ähneln jedoch mit
4 Stromabnehmer ausgestattet sein.
Die 19,5
Meter lange 152 verdrängte nach und nach die Br 150 von der Nord
Südstrecke. Nach und nach wurde der Umlaufplan ausgedehnt. Die
fehlende Cir Elke Ausrüstung, die zwischen Offenburg und Basel Pflicht
ist, bedeutet das die 152 nicht nach Basel fahren wird. Selbstverständlich
kann die 152 problemlos mit dieser Technik nachgerüstet werden.
Die neuen Loks werden vorwiegend vor schnellen Containerzügen
eingesetzt. Schwere Erzzüge sowie Kesselzüge werden den 6 achsigen
Baureihen vorgehalten. Nachdem es anfangs wie bei jeder neuen
Lokreihe einige Kinderkrankheiten auftauchten die teilweise ziemlich
ärgerlich waren, optimiert sich die Zuverlässigkeit der Br 152
immer mehr. Vor allem die extreme Wartungsfreudigkeit bedingt
durch den einfachen modularen Aufbau lässt die Unterhaltskosten
bei DB-Cargo zunehmend sinken. Zwar fällt bei einer 152 noch öfters
ein Fahrmotor aus jedoch ist es um einfach Vielfältiges billiger
diesen zu reparieren als bei einer Lok der Br 140, bei der ein
großer Aufwand betrieben muss um Hauptbauteile auszutauschen.
Die Br 140 war damals eine Grenzleistungslok und der Maschinenraum
wurde bis in den letzen Winkel mit elektrischen sowie mit mechanischen
Bauteilen quasi zugestopft. Bei der Br 152 ist der Maschinenraum
mit einem breiten Mittelgang ausgerüstet und wirkt sehr aufgeräumt.
Dank des
modularen Konzept und den wartungsfreundlichen Drehmstromotoren
konnten die Werkstattaufenthalte im Gegensatz zur Br 140 revolutioniert
werden. Auch die Lokführer finden einen aufgeräumte und ergonomisch
konzipierten Arbeitsplatz vor. Die Br 152 war die erste Güterzuglok
die mit einer Klimaanlage ausgerüstet worden und sich vor allem
im Sommer bei dem Personal großer Beliebtheit erfreut.
152-001
bis 152-070 erhielten den DB-Cargo Schriftzug. Anschließend folgte
die Railion Phase. Anfangs wurde bei 3 Loks an die Front mit dem
DB-Balken versehen und die Seiten mit dem Schriftzug Railion versehen.
Andere erhielten an der Front sowie an den Seitenwänden den Schriftzug.
Nachdem auch dieses Farbkonzept auf Eis gelegt worden war wurden
die Loks nur in verkehrsrot ausgeliefert. Die Betriebnummern wurden
auf einen grauen Kontraststreifen geklebt. Ab 152-140 wurde dann
wieder das von der 101 her bekannte Farbschema eingeführt welches
bis jetzt den Rekord hält und „noch“ gültig ist.
152-001 wurde im Jahre 2000
auf Initiative von Märklin mit der Werbung für das
100 jährige Bestehen des DB Museums und des 100 jährigen Bestehens
des Märklin Museums beklebt und verkehrte 1 Jahr lang durch Deutschland.
Da DB-Cargo
immer mehr Dienste für Automobilfirmen erledigt legte auch die
Firma Porsche ihren Transportverkehr auf die Schiene. Als die
neue Verladung in Kornwestheim präsentiert wurde, wurde auch die
152-041 im sogenannten „Porsche-Look“ enthüllt. Die in Silber
gehaltene Werbelok tourt seitdem im 152er Umlaufplan durch Deutschland.
Mit 152-170
wurde vor kurzem die Lieferung der Br 152 an die Deutsche Bahn
AG beendet. 152-001 war nur der Beginn einer massiven Innovationswelle
im Güterverkehr mit dem DB Cargo ihren Marktanteil bis zum Jahre
2015 verdoppeln will. Die Nutzungsdauer der Br 152 ist mit 25
Jahren angegeben.
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