Radsatzanordnung: Bo'Bo'
Treibraddurchmesser: 1250 mm
Drehgestellradsatzabstand: 2800 mm
gesamter Radsatzstand 13000 mm
Länge über Puffer: 19200 mm
Dauerleistung: 5600 kW
Anfahrzugkraft: 340/290* kN
Masse: 83,2 t
Max zul. Geschwindigkeit: 200 km/h
Baujahre: 1979, 1987-89
Hersteller: Liefergemeinschaft
Betriebsnummern: 120 101-160
Eigentümer: DB Reise&Touristik
Bemerkung: Wendezugfähig; ZWS/ZDS
  * ab 120 137

 

Die BR 120 wahr viele Jahr der Alleskönner der DB ! Egal ob IC,IR, oder EC Züge die Lok verrichtete immer ihre Arbeit selbst bei Güterzügen fand Verwendung für die BR 120.

Mit Hilfe ihrer Drehstrom-Antriebstechnik war es möglich Züge (fast) aller Zuggattung planmäßigen mit 200 k/mh an ihr Ziel zu ziehen. Heute ist die BR 120 immer noch vor vielen Zügen anzutreffen und wir auch noch weiterhin ihre Arbeit für die DB verrichten.

Führerstandsaufnahmen der BR 120

 

Da Mitte der 70er Jahre die Halbleitertechnik soweit vorangeschritten war das erste Gehversuche mit Drehstromloks der Reihe DE2500 gemacht werden konnten, zeigte die Deutsche Bundesbahn ein großes Interesse an Drehstromloks. Da die Drehstromtechnologie  ein unbekanntes Gebiet war baute man unter der120 105 - 2 Köln Hbf Federführung von BBC eine Versuchsanlage in Mannheim auf um einen Eindruck für die Dimensionierung einer Drehstromlok zu gewinnen. Damals hatte man einen 1,4MW starken Fahrmotor getestet. Mitte 1975 gab die DB nun einen Anforderungskatalog an die Industrie ab. Die Baureihe 120 sollte 84 Tonnen schwer sein und über 5,6MW Dauerleistung verfügen , des weiteren  sollte sie 700 Tonnen schwere Reisezüge auf einer Steigung von 0,5% mit Tempo 160 befördern können, Ganzzüge mit 2700Tonnen mit Tempo 80. Somit war ein großer Schritt zur Universallokomotive geglückt. Die deutsche Bundesbahn erhoffte sich auch eine Rationalisierung ihres Fuhrparks und eine Verminderung der Loktypen. Auch die Werkstätten erhofften sich einen geringeren Wartungsunterhalt.

Folgen Fähigkeiten hat der Drehstromasynchronmotor:
   
         1. Universell einsetzbar vom Güterzug bis zum Intercity
            2. Sehr hohe Drehzahlen möglich
            3. Geringer Verschleiß da der Motor keinen Kollektor benötigt.
            4. Geringes Gewicht und somit mehr Leistung auf weniger Raum
            5. Hohe Zugkräfte über den gesamten Geschwindigkeitsbereich
            6. Hohe Leistung der Wiederstandsbremse sowie eine einfachere Installierung
            7. Stufenlose Regelung der Oberstromaufnahme

Zurück zur Baureihe 120
1977 wurden nun die Lieferungsverträge für 5 Prototypen geschlossen die 2 Jahre später ausgeliefert werden sollten. Die ersten 4 Loks waren für eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h ausgelegt, wohingegen die letzte Lok bereits für eine Höchstgeschwindigkeit von 200km/h ausgelegt wurde. 120-005 wurde daher auch mit einer aerodynamischeren Kopfform ausgeliefert und die Linienzugbeinfluss gehörte auch mit zu Ausstattung.

Da die neuen Loks auf einem leistungsmäßig und auch konstruktiv 120 115-1 in Köln Hbf sich auf Neuland bewegten bestellte die DB 5 Loks um möglichst schnell alle Fehler der nie da gewesenen Konstruktion aufzudecken und zu beseitigen. Nach erfolgreichen Probefahrten konnte auch die Höchstgeschwindigkeit der restlichen Loks auf 200 km/h heraufgesetzt werden. Folglich verfügten alle 120er nun über LZB und konnten dem damaligen Paradepferd ,der 103, nun Paroli bieten. Alle Loks wurden in Nürnberg beheimatet und kamen vorerst vor Güterzügen zum Einsatz. Nachdem alle Loks IC tauglich waren kamen sie nun auch vor IC-Zügen zum Einsatz und erreichten 200km/h. Es zeigte sich sehr bald das auch eine 4 achsige Lok die selben Lasten anfahren konnte wie eine 6achsige Güterzuglok der Reihe 151 ohne zu schleudern. Aufgrund der hohen Zugkräfte im oberen Geschwindigkeitsbereich war die 120 sogar der 103 weit überlegen und erreichte erheblich schneller die 200km/h Marke als die 103. Auch der Energieverbrauch sank im Gegensatz zu den anderen Loktypen und auch der Einbau einer E-Bremse wurde nun wirtschaftlich.

Bei bisherigen Konstruktionen mit konventioneller Technik war  der Einbau sehr teuer und der Nutzen sehr gering. Die 120.0 verfügte über 3,3MW elektrischer Bremsleistung.
120 151-6 in Köln Hbf
D
ie 120.0 überzeugte und die Bahn bestellte 1984 60 Serienloks der Reihe 120.1

Alle 120.1er wurden mit der LZB 80 ,Notbremsüberbrückung und einer EP Bremse ausgerüstet um auf Neubaustrecken zu verkehren. Weitere Abweichung zu den Vorserienloks ist der Einbau der automatischen Fahr und Bremsteuerung(AFB) und eine 4MW starke E-Bremse. Da die DB bei der Auslieferung sehr großen Druck auf die Industrie ausübte wurden sogar bereits bekannte Mängel der Reihe 120.0 übernommen was sich als fataler Fehler erwies.


Am 21.Juli 1987 war es nun soweit. 120-104 wurden als erste Serienlok übergeben und war zugleich die 750. der BBC die an die DB übergeben wurde.120-104 war übrigens bereits im Orientrot lackiert und hatte ein schlichtes Farbkleid erhalten. Da die DB den ICE mit 2 Loks der Baureihe 120 fahren lassen wollte erhielt jede Lok ab 120-136 eine geänderte Getriebeübersetzung damit im oberen Geschwindigkeitsbereich über mehr Restbeschleunigung verfügt werden konnte.

Die Inbetriebnahme der neuen Loks verlief zögerlich und es traten sehr schnell große Probleme mit den Loks auf. Vor allem Schäden an den Fahrmotoren waren die Regel.

Es zeigte sich schnell das einige mechanische Teile aufgrund des Gewichtslimit von nur 84 Tonnen zu leicht geworden sind. Die 120.1 übernahm sofort die Linie 4 Hamburg München welche ab 1988 über die Neubaustrecke geführt wurde. Sie war die einzige Baureihe die auf Neubaustrecken verkehren konnte da es der 103 und der 120.0 an Druckdichten Führerständen sowie an der Notbremsüberbrückung mangelte. Die Loks wurden daher bis an ihre Grenzen belastet und erreichte bis zu 1800km am Tag.

120 119-3 in Köln Hbf Einige Brandschäden und Unfälle senkten die Verfügbarkeit der Reihe 120. Mit der Öffnung der Grenze zur DDR erweiterte sich das Einsatzgebiet der 120. Mit der Umstellung der Linie 4 auf den ICE wurde die 120.1 1993 abgezogen.

Die 120.1 ersetze die weniger qualifizierten 103er auf den IC Linien  welche in den für sie besser geeigneten IR Dienst abwanderten. Vor allem auf der Linie 2 München Dortmund ist die 120.1 ein Stammgast. Die massiven Probleme im mechanischen Teil der Loks brachte die DB zur Überlegung die Entwicklung einer Nachfolgebaureihe auf Eis zulegen.

Normalerweise waren 44 Loks täglich im Einsatz .Bis heute hat sich daran nichts geändert.

Die Baureihe 120 ist eine äSchönwetterlok“.! Bei trockenen Schienen erreicht die 120 hohe Zugkräfte und ist der 103 klar überlegen. Bei Regen jedoch fehlen der Lok quasi 2 Achsen und die Lok schlingert sehr schnell. Die AFB überwacht die Zugkräfte selber welche vor allem bei Regen oft genützt wird. Der optimale Reibungswert von 35kn wird bei angefeuchtet Schienen auf etwa 18kn gesenkt. Vor allem auf Neubaustrecken kann dies zu Fahrzeitüberschreitungen führen.


1989 wurden alle 120.0 in Bahndienstfahrzeuge umbezeichnet und erhielten die Ordnungsnummern 752-001 bis 7520-005.

Die 120er erreichten von Anfang an geringere Laufleistungen als die 103 da sie nachts im Güterzugdienst verkehren welcher sich bis den Vormittag erstrecken.

1995 begann auch der Einsatz mit Steuerwagen auf der IR Linie Karlsruhe Stuttgart Lindau. Somit
kam endlich die Wendezugsteuerung der Loks zum Einsatz.120 105-2

Ab 1992 fuhren auch die 120.0 wieder im IC Dienst mit bis die Entwicklung der Baureihe 101 begann. Viele Komponenten wurde in der 120 erprobt und auch die ICE Triebköpfe wurde aus ihr abgeleitet. Die 120-004 wurde sehr massiv umgebaut und kann als wahrer Prototyp der 101 bezeichnet werde da sie mehr dieser Baureihe ähnelt.

Nachdem der Lack der Loks immer mehr ausbleichte und auch 120-002, 004 und 005 ebenso lackiert waren verdrängte die 120 mit der 101 immer mehr die 103 aus dem IC Dienst. Als erste Lok erhielt 120-146 nach einem Brandschaden die verkehrsrote Lackierung, die nicht mehr so schnell ausbleichen wird, 120-114 folgte.

Auf Initiative der Firma Märklin wurden einige Loks zu Werbeloks  wie zum Beispiel 120-119 die als Micky-Mouse durch die Lande fährt.120-141 machte Werbung für die Dresdner Bank und 120-151 erhielt als ZDF Lok Ruhm. Viele Loks haben die Teilbeklebung ä Nett hier aber waren sie schon mal in Baden Württemberg“ erhalten.

120 160-7 in Köln HbfNach vielen Sanierung dieser Baureihe herrscht jedoch Unklarheit über den Verbleib dieser Baureihe.
Bis heute sind alle 60 Serienloks im Betrieb. Zunehmend werden sie verkehrsrot.

Die Vorserienloks gehen ihrem Ende entgegen.120-002,003 und 005 wurden bereits Ende des Jahres 2001 Z-gestellt.120-001 und 120-004 werden erhalten werden.

Vermutlich ist 120-001 die designierte Museumslok da sie am wenigstens umgebaut wurde und den Serienloks gleicht. Eventuell könnte sie sogar wieder in den Plandienst zurückehren.