|
|

|
| Radsatzanordnung: |
Co'Co' |
| Treibraddurchmesser: |
1250
mm |
| Drehgestellradsatzabstand: |
4500
mm |
| gesamter
Radsatzstand |
14100
mm |
| Länge
über Puffer: |
19500/20200** mm |
| Dauerleistung: |
5950/7440*** kW |
| Anfahrzugkraft: |
320
kN |
| Max
zul. Geschwindigkeit: |
200/280* km/h |
| Masse: |
110/114*** t |
| Baujahre: |
1964/65, 1969 - 74 |
| Hersteller: |
Henschel / Siemens |
| Betriebsnummern: |
103
001 - 004 101 - 245 |
| Eigentümer: |
DB
Reise&Touristik |
Zwischen den 60-iger und 70-iger Jahren war die BR 103 noch die
modernste E-Lok die damals schon mit Geschwindigkeiten von 200
k/mh fuhr. Mit der Zeit wurde die BR 103 immer mehr perfektioniert,
so wurde beispielweise eine LZB und eine fahrdrahtunabhängige
Widerstandsbremse integriert.
Viele Jahre zog sie schwere IC und EC Züge und leistete
trotz einiger Probleme immer gute Dienste. Wie Menschen altern
auch Lok's und wie sollte es anders sein, wurden die BR 103 langsam
aber sicher aus dem planmäßigen Fahrdienst entfernt.
Heute findet man die BR 103 selten noch vor IC aber auch EC Zügen
im Süden von Deutschland.
Nachdem zweiten Weltkrieg
gab es einen sehr bescheidenen Schienenverkehr in Deutschland.
Den sogenannten Schnellverkehr der mit der E18 und der E19 vor
1945 bespannt war kam vollständig zum erliegen. Nachdem Neubauprogramm
der DB mit den Reihen E10, E40, E41 und E50 auf Hochtouren lief
begann man mit den Planungen für eine Beschleunigung des nationalen
Fernverkehrs. Die erfolgreiche Inbetriebnahme des TEE auf deutschen
Schienen mit Dieseltriebzügen zeigte große Erfolge und es zeichnete sich ab eine Schnellfahrlokomotive
zu konstruieren. Vorerst wurde eine modifizierte Variante der
Reihe E10 mit einer Getriebeübersetzung in Dienst genommen mit
der TEE Züge endlich wieder mit Tempo 160 befördert werden konnten
welche seit dem Ende des zweiten Weltkrieges nicht mehr planmäßig
erreicht wurde. Die DB plante jedoch schon eine weitere Geschwindigkeitsanhebung
und forderte 1961 deutsche Lokfirmen dazu auf eine sechsachsige
Lok von mindestens 5MW Leistung und einer Höchstgeschwindigkeit
von 200km/h zu entwerfen.
Auch galt es einen 300 Tonen Zug binnen weniger als 3 Minuten auf
200km/h zu beschleunigen. Die Lok sollte somit sehr stark beschleunigen
können als bisher gekannte Lokbaureihen zuvor. Die ersten Konzepte
für eine solche Lok sahen der Baureihe E10 sowie der ÖBB 1042
ähnlich welche den Arbeitstitel E01 trug. Das
BZA entschied sich nun für den Arbeitstiel E03 an Siemens und
Henschel. Für
die 4 Baumuster der Reihe E03 wurde an der TH Hannover eine aerodynamische
Eierkopfform für Tempo 200 und mehr entwickelt.
Die 4 Loks der Reihe E03 wurden mit einer beige roten Lackierung
versehen und wurden zum ersten Mal mit der LZB 100 ausgerüstet.
Parallel zur Entwicklung der E03 entwickelte Siemens die LZB wodurch
Loks die mit LZB bestückt waren schneller als 160 fahren konnten.
Die DB plante nach den Vorgaben aus Japan wo der Shinkansen bereits
in den Startlöchern stand ein erstes Schnellfahrnetz aufzubauen.
Es sollte vorerst nur erstklassige Züge auf ausgewählten Strecken
mit Tempo 200 verkehren. Als erstes wurde die Strecke München
Passing - Augsburg Hochzoll mit der neuen Innovativen Technik
versehen. Rechtzeitig zur IVA in München sollte die E03 auf der
ausgerüsteten Strecke Messebesucher erstmals nach dem Krieg wieder
mit Tempo 200 befördern. Die Auslieferung der 4 Baumuster erfolgte
unter großem Zeitdruck und es war kaum Zeit vorhanden um die Loks
ersten Testfahrten zu unterziehen. So mussten E03-001, 002 und
004 im Pendel Sonderzüge zwischen dem Messebahnhof und Augsburg
mit Tempo 200 befördern.E03-003 wurde selbst auf dem Messegelände
ausgestellt, jedoch ohne Fahrmotoren die als Ersatz für die im
Messeverkehr befindlichen restlichen 3 Loks als Ersatz dienen
sollten.
Natürlich verlief der Messeverkehr, für den nur 2 Loks anstatt 3
vorgesehen war, nicht ohne Probleme. Da es die LZB noch nicht
richtig erprobt war musste eine Sonderschnellfahrgenehmigung eingeholt
werden. Die E03 zeigte im mechanischem Teil massive Probleme.
Fahrmotorausfälle waren fast alltäglich. Auch plötzliche Übertragungsabbrüche
zwischen der LZB und der dadurch ausgelösten Zwangsbremsung Lok
schadete den Fahrmotoren enorm.
Wegen diesem
massiven Problemen wurden bei der E03-003 die Fahrmotoren ausgebaut
und es wurde jeweils eine der 3 betriebsbereiten Loks als Reserve
gehalten. Nachdem dem harten Messeverkehr wurden die 4 Baumuster
umfangreichen Messfahrten unterzogen. 1969 bestellte die DB die ersten Serienlokomotiven
der Reihe 103. Man hatte sich bei den Serienloks für Einholmstromabnehmer entschieden
und es wurden 2 Lüftergitter je Seitenwand installiert. Das Farbschema
der Serienloks wurde leicht geändert.
Die Dauerleistung der Serienlok wurde nochmals kräftig gesteigert.
Die 103.1 verfügte über 7780 KW und war somit die stärkste E-Lok
der DB. Als erste Serienlok der DB rollte 103 109 1970 mit einer
Sonderlackierung aus den Werkshallen. Während die 103.1 zu Mess-
und Ausbildungsfahrten verweilten kamen die
ersten Serienloks in einem gemischten Umlaufplan zwischen 103.1
und 103.0 zum Einsatz. Zum Sommerfahrplan gelangten die 103.1
dann richtig zum Einsatz. Sie bespannten die erstklassigen IC
Züge zusammen mit der Reihe E10.5 und natürlich den brandneuen
ET 403. Das Ausbauprogramm der DB lief nur sehr schleppen voran.
Es konnte lediglich der Abschnitt Donauwörth Augsburg für 200km/h
in Betrieb genommen werden. Kurze Zeit später sollte der Abschnitt
Hamburg Hannover folgen.
Der Beginn des IC Systems war von Anfang an von der Verspätungen
geplagt. Ein marodes Streckennetz und sehr kurze Fahrzeiten verursachten
diese massiven Probleme die erst 1972 in den Griff bekommen wurde. Wegen
bedenken aus dem Bundesverkehrsministeriums wurde die geplante
Höchstgeschwindigkeit von 200 jahrelang verhindert werden.
Bereits 1971 verunglückte 103 106 am 21. Juli in Rheinweiler. Als Ursache
wurde ein defekter Sollwertgeber der automatischen Fahr und Bremsteuerung
, AFB, ermittelt da die Lok gegen des Willens des Lokführers automatisch
aufgeschaltete hatte und mit Tempo 140 in einen 70km/h Abschnitt
hineinraste.103 106 wurde noch vor Ort zerlegt und ausgemustert.
Da die 103 permanent als Dauerläufer lief wurde sie
vor fast vor alle Zuggattungen gespannt. Dabei zeigte sich das
die Loks vor langsamen Zügen nicht geeignet war da die Lok ja
eigentlich schnelle Züge mit hoher Geschwindigkeit befördern sollte.
Da 160km/h damals das Optimum an Geschwindigkeit war gab es massive
Probleme mit den Fahrmotoren. Auf der Geislinger steige kam es
oft zu Schäden am Loktrafo. Die Ausfallquote der Lok war dermaßen
hoch das 103-245 und weitere Loks mit einer Getriebeübersetzung
für 160 erprobt wurden welche jedoch auf Grund technischer Probleme
nicht zum Einsatz kam. Eine Weiterung war der Umbau des Lokkasten
und der Stromabnehmer: Da das Lokpersonal im Sommer von Temperaturen
von 50-60 Grad ausgesetzt war entschied man sich ab 103-216 den
Lokkasten von 19.500 mm auf 20.200 mm zu erweitern und den Führerstand
mit einer Klimaanlage auszurüsten. Während alle Serienloks mit
einer Klimaanlage versehen worden, wurden gleichzeitig Einholmstromabnehmer
installiert die Fahrleistungsabrisse verhinderten. Auch eine geänderte
AFB wurde eingebaut und diese somit wieder benützt werden konnte.
1977 konnte endlich prinzipiell Tempo 200 gefahren
werden. 1978
war nun endlich eine große Anzahl von 200km/h schnellen TEE und
IC Zügen im Umlauf.
Just zu dieser Zeit überlegte sich bereits die Bahn
dem Auto Konkurrenz zu machen. Die einzige logische
Möglichkeit war es die IC mit zwei Klassen auszurüsten.
Da man erster
von zweiter Klasse strickt trennen wollte wurde der Speisewagen
zwischen beide Klassen gehängt. Als
Erprobungsstrecke wurde die Linie Köln Hamburg ausgewählt. Hierzu
wurde Massenhaft Wagen des Typs Bm235 beschafft; das diese Wagen
nicht zeitgemäß waren war wohl schon damals bekannt. Unter dem
Konzept IC79 wurden nun alle IC Züge im Stundentakt geführt und
ersetzten so viele D-Züge. Für die 103 bedeute dies eine extreme
Beanspruchung da sie für diese Aufgabe überhaupt nicht konstruiert
wurde. Der Streckenausbau kam kaum voran und von den geplanten
Neubaustrecken war nichts in Sicht. Ferner wurden die 103 für
TEE und weiter Züge benötigt. Da sich die DB über die riesigen
Beanspruchungen der Baureihe bekannt war wurden auf den Linienabschnitten
wo nicht schneller als 160km/h gefahren die Br 111 in Doppeltraktion
eingesetzt. Auch die Baureihe 112 durfte natürlich nicht fehlen.
1979/1980 wurden die 103.0 in Dienstfahrzeugen umgezeichnet und
wurden dem BZA in Minden führ Mess- und Versuchsfahrten zur Verfügung
gestellt.1985 wurden nun 5 Linien eingeführt; Zuglok war natürlich
die Br 103. Gerade zu dieser Zeit begann man damit die ersten
Loks auf eine neue LZB umzurüsten. Der Führerstand wurde dadurch
verändert und durch die LZB80 konnten Zwangsbremsungen der Loks
wegen eines plötzlichen Übertragungsabbruches drastisch reduziert
werden. Als Testlok wurde natürlich eine 103.0 gewählt. Nachdem
die Höchstgeschwindigkeit der 120.0 nun auf 200 angehoben wurde
leisteten die 5 Vorausloks sporadische Entlastungsleistungen für
die Baureihe 103.
Eine letzte große Ehre der Vorserienloks waren die Messfahrten auf der
Neubaustrecke Mannheim Stuttgart sowie Hannover Würzburg. So waren
die 103.0 gemeinsam mit der Reihe 120.0 bei Tunneldruckmessfahrten
auf den oben genannten Strecken zu sehen. Auch bei der Rekordfahrt
des ICE-V kam eine 103.0 dem rund 400km/h schnellen ICE-V im Sinnbergtunnel
entgegen. Anschließend wurden alle 103.0 bis auf 103-001 (750-001)
ausgemustert. Das Schnellfahrdrehgestell aus der 103-003 wurde
in 103-222 eingebaut welche bis heute als Bahndienstfahrzeug unter
der Nummer 750-003 verkehrt.
Im Jahre 1988 wurde die 103 von ihrem Monopol als einzig
wahre IC Lok durch die Baureihe 120.1 auf der Linie Hamburg Hannover
Würzburg München verdrängt. Da die 103 noch keine Notbremsüberbrückung besaß, die
es dem Lokführer zum Beispiel wegen einer Notbremsung die zum
Beispiel durch einen Brand im Zug hervorgerufen wird, dem Lokführer
den Zug noch mit Tempo 140 aus dem Tunnel herauszufahren und ihn
an einer geeigneten Stelle zum halten zu bringen. Als sogenannte
Ersatzleistung der 103 wurde der InterRegio herangezogen der auf
einigen wenigen Strecken 200km/h erreichte. Angesichts der geringeren
Zuggewichte war die 103 für diese Zuggattung geeignet als für
die schweren IC Züge für die die 120 auf Grund ihrer besseren
Zugkräfte prädestiniert war.
Mit der Wiedervereinigung und der größten Fahrplanumstellung der DB am
2.Juni 1991 der war die 103 wieder zum Dauerläufer geworden. Die
Br120 wurde zwar von den ICE Zügen auf den Neubaustrecken ersetzt
jedoch begann man eifrig damit IC und IR Linien ins DR Netz
weiterzuführen. Einsätze von Basel über Köln nach Berlin
waren an der Tagesordnung. So kam es auch das 103-101 anstatt
eine 120 für die Lufthansa umlackiert wurde und LH Züge zwischen
Frankfurt Flughafen und Stuttgart beförderte. Da diese Züge über
die Neubaustrecke Mannheim Stuttgart geführt wurden war
die 103-101 als erste ihrer Baureihe mit Notbremsüberbrückung
ausgerüstet worden. Da die 103 eigentlich für solche Zwecke gebaut
wurde, wurde anstatt einer 120 die für schwere IC Züge gebaut
war, eben eine 103 gewählt.
Es wurde auch beschlossen alle weiteren 103er für den Einsatz auf
Neubaustrecken fit zu machen.
Nachdem auch 1993 die IC Linien Hamburg München auf ICE umgestellt
wurde konnten 120er abgezogen werden die die 103 bei der Abwicklung
der IC und IR Züge half. Trotz der Abhilfe der 120 erreichte die
103 weiterhin durchschnittliche Laufleistungen von 300.000 km
pro Jahr. Der jahrelange Einsatz vor Zügen wofür die Baureihe
nicht konstruiert war; sie zog quasi immer das doppelte Zuggewicht
wie geplante, senkte natürlich die Verfügbarkeit und es mussten
bereits sehr viele Loks aufgrund technischer Schäden ausgemustert
werden. Es wurden dazu Abhilfemaßnahmen geschaffen indem man zum
Beispiel die AFB ausbaute. Das Problem war bei der AFB
die genaue Einhaltung des vorgegebenen Tempos. Sobald die
Lok 2km/h langsamer war als gewünscht schaltete die AFB wieder
auf und erzeugte ein hohes Pendeln des Schaltwerkes.
1993 war dann abzusehen das die 103 bald ausgemustert werden sollte da
die Br 127 bereits eigentlich ihre Ablöse antreten sollte. Bis
1997 war die 103 unter den Loks der Dauerläufer bis die 101 kam.
1997 wurde die IC Linie Hamburg Köln Basel komplett auf 101 umgestellt
da diese eine der wenigen Baureihen war die mit Cir Elke ausgerüstet
worden ist. Die Cir Elke ist bekanntlich zwischen Offenburg und
Basel Pflicht für Lokomotiven da es sonst zu Verspätungen kommt.
Zunehmend verdrängte die 101 die 103 aus dem IC Dienst und beschränkte
die 103 in niedrige Dienste. Dies war jedoch nur für kurze Zeit
da wegen des hohen Schadbestand der Br 120 sehr hoch ist und es
auch mit der 101 harperte. Die 103 wurden wegen Fristablaufes
zunehmend ausgemustert, aber auch abgefahrene Radreifen waren
der Grund. Voraussichtlich wird die Br 103 bis zum Jahresende
2002 im Bestand der DB bleiben und für Reserve und Sonderleistungen
zur Verfügung stehen. Mit der Inbetriebnahme der Neubaustrecke
Köln Frankfurt und der dadurch bedingten umstellen vieler IC Linien
auf ICE Linien werden durch den ICE3 viele 101 und 120er frei
und werden die 103 wohl endgültig ersetzen wenn bis dahin nicht
alle schon ausgemustert worden sind.
Trotz
einiger Probleme im mechanischem Bereich der Lok war die 103 eine
der erfolgreichsten Konstruktion
die ihre angegebene Lebensdauer von 25 Jahre problemlos überbieten
kann.
|